Das Umfeld

Verbunden mit anderen Kreisen…

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Im Verständnis der nordamerikanischen Indianer sind Medizinräder Teil der Welt und des gesamten Universums. Die einzelnen Kreise existieren nicht isoliert voneinander, sondern sie sind miteinander verbunden. In Folge dessen beeinflussen sich die Kreise und Kreisläufe in ihren Entwicklungen. Das Wachstum eines einzelnen Baumes wird beispielsweise vom Klima und von der Bodenbeschaffenheit mitbestimmt. Die Entwicklung eines Kindes wird von den Lebensbedingungen und dem Kulturkreis geprägt. Der Einfluss der umliegenden Kreise kann die Entwicklung des Einzelnen fördern oder behindern. Doch jeder Kreis und jeder Kreislauf wirkt auch in das Umfeld hinein, verändert und gestaltet es mit.

Die Perspektive von der Verbundenheit der Kreise macht deutlich, dass einzelne Projekte nicht im luftleeren Raum entstehen, sondern sie Teil eines größeren Ganzen sind. Projekte und ihre Akteure werden in allen Phasen maßgeblich von ihrem sozialen, institutionellen und gesellschaftlichen Umfeld beeinflusst. Jedoch das Projekt verändert auch den „Raum“, in dem es entsteht und umgesetzt wird. Das Medizinrad regt dazu an, diesen Wechselwirkungen zwischen dem singulären Projekt und seinem Umfeld ausreichend Aufmerksamkeit zu schenken. Fragestellungen können dabei sein: Welche Kreise gibt es im Umfeld? Welche Kreise berühren sich? Welche „Schnittflächen“ sind vorhanden? Welche Faktoren im Umfeld befruchten das Projekt? Welche behindern es? In welchen Bereichen müssen Schnittflächen geschaffen oder vergrößert werden? Wie wird die Zusammenarbeit in den Schnittflächen gestaltet?

Für die Gestaltung von Kooperationen und Netzwerken zwischen den Akteuren im Projektumfeld eröffnet das zirkuläre Konzept eine neue Sichtweise. Die Vorstellung von linearen Verbindungen zwischen den Partnern, wird der Komplexität von Netzwerken häufig nicht gerecht. Die Zusammenarbeit der Akteure im Projektumfeld stattdessen mit Kreisen und Schnittflächen abzubilden, ermöglicht für alle Beteiligte ein vertieftes und differenzierteres Verständnis der Kooperation.