Der Süden – Konzeptionsphase

Im Süden mit Herzblut urteilen und auswählen!

Qualitäten des SüdensAuf dem Weg vom Osten in den Süden des Medizinrades zeigt sich das erste Wachstum. Dem Süden werden als Tageszeit der Mittag und als Jahreszeit der Sommer zugeordnet. Im Lebenskreislauf befindet sich hier die Jugend mit ihren häufig überschießenden Emotionen. Dazu passend ist das Element Wasser, das mit den Gezeiten von Ebbe und Flut die Welt der Gefühle symbolisiert. Der Wahrnehmungsaspekt und der Blickwinkel, aus dem die Dinge betrachtet werden, ist im Süden mit dem Herzen die emotionale Ebene.

Im Projektmanagement befindet sich im Süden die Konzeptionsphase. Um ein tragfähiges Konzept zu entwickeln, muss aus den vielfältigen Ideen, die im Osten geboren worden sind, ausgewählt und entschieden werden, welche weiter verfolgt werden sollen. Neben sachlichen Abwägungen lehrt der Süden, dass es für diese Prozesse „Herzblut in den Adern“ braucht. Herzensthemen und Herzensanliegen von Akteuren entfalten eine nicht zu unterschätzende Kraft, wenn es um den Erfolg eines Projektes geht. Wichtigste Haltung in dieser Phase ist das beherzte „Urteilen und Auswählen“: Was wollen wir konkret tun? Wie sieht ein tragfähiges Konzept aus? Was brauchen wir dafür an Ressourcen, an Unterstützung? Mit wem wollen wir kooperieren?

Der Süden lehrt, in Kontakt mit den eigenen Herzensanliegen zu sein. Ohne „Herzblut“ sind Projekte nicht erfolgreich – auch bei erstklassiger Konzeption und guten Rahmenbedingungen. Das Fließen des Wassers erinnert daran, dass sich Ideen und Projekte ständig entwickeln und verändern. Deshalb sollten Konzeptionen gerade für Modellprojekte ausreichend flexibel gestaltet sein. Die Gefahr des Südens liegt allerdings darin, dass die Flut an Gefühlen überhand nehmen und darunter das Urteilsvermögen leiden kann. Dies kann beispielsweise in Konfliktsituationen geschehen. Dann kann der Weg in den Norden hilfreich sein, wo der Kopf mit dem Überblick und dem kühlen Verstand zu Hause ist.