Zur Entstehung

Wie ist das Konzept „Projektmanagement mit dem Medizinrad“ entstanden?

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Herausforderung Projektmanagement

Die Dynamik, die Kreativität und die Innovationskraft von Projekten faszinieren mich immer wieder aufs Neue. Gleichzeitig weiß ich aus meiner langjährigen Erfahrung, dass das Managen von (Modell-)Projekten mit vielfältigen Herausforderungen verbunden ist. Die wichtigsten dabei sind:

  • die aktive Beteiligung und Vernetzung der verschiedenen Akteure
  • die Gestaltung eines umsetzungsfreundlichen Projektumfeldes
  • die Steuerung von komplexen und dynamischen Prozessen, ohne den Weg und das Ziel aus den Augen zu verlieren
  • der Umgang mit begrenzten Ressourcen (Personal, Sachmittel, Projektlaufzeit)
  • die nachhaltige Absicherung der Projekte

Bei der Gestaltung dieser Herausforderungen ist die zentrale Frage, welches Handwerkszeug am effektivsten die Entwicklung, Planung, Umsetzung und Evaluation von Projekten unterstützt.

Zirkulär statt linear 

Vielen Konzepten zum Managen von Projekten liegen lineare Modelle oder Stufenmodelle zu Grunde. Lineare Modelle bilden den Projektverlauf als Strecke mit einem Start- und einem Zielpunkt ab. Im Stufenmodell erfolgt die Projektentwicklung in aufeinander aufbauenden Stufen. Beide Modelle versuchen, mit Teilschritten, Diagrammen und linearen Arbeitsplänen, die Komplexität von Projekten zu reduzieren und handhabbar zu machen. Beide Modelle sind schwerpunktmäßig am Start- und am Zielpunkt ausgerichtet.

Meine Erfahrungen in 25 Jahren Projektarbeit zeigen: Projekte, insbesondere Modellprojekte, verhalten sich weder linear noch entwickeln sie sich in Stufen! Dazu sind die Entwicklungsprozesse von Projekten viel zu komplex.  Stattdessen folgen Projekte zirkulären Grundmustern. Sie entwickeln sich in Kreisläufen, vergleichbar mit den natürlichen Wachstumszyklen von Mensch und Natur. Sie entwickeln sich in organischen Phasen von der Vision zum konkreten Projekt und im Wechsel aus Aktion und Kontemplation. Der Erfolg zeigt sich dabei nicht nur im Erreichen des Ziels bzw. der obersten Stufe. Vielmehr sind die Prozesse und Erfahrungen während des Projektverlaufs ebenso bedeutsam, wie das Ergebnis am Ende. Hierzu gehören insbesondere die Erfahrungen, dass Projekte Räume kreieren können, in denen Begegnungen stattfinden und so neue Netzwerke von und zwischen Menschen geknüpft werden können. Diese sind häufig der Nährboden, aus dem gemeinsames Engagement auch über die Projektlaufzeit hinaus und neue Ideen für Anschlussprojekte wachsen. Lineare Konzepte  geben demgegenüber keine befriedigende Antwort darauf, wie die Erfahrungen über die Projektlaufzeit hinaus genutzt werden und Projekte abgesichert werden können.

Das erste zirkuläre Modell, mit dem ich gearbeitet habe, war ein Kreis mit vier Projektphasen und einer stetig drehenden Spirale. Inspiriert von dem Medizinrad der nordamerikanischen Indianern und anderen zirkulären und innovativen Ansätzen in der Organisationsentwicklung, hat sich daraus schließlich das Konzept „Projektmanagement mit dem Medizinrad“ entwickelt. Es ist ein lebendiger systemischer Ansatz, der mit seiner zirkulären Perspektive und seiner Orientierung an den vier Himmeslrichtungen eine alternative Sicht- und Arbeitsweise zum Initiieren und Umsetzen von Projekten eröffnet. Seither habe ich in vielen Projekten, Fortbildungen und Beratungsprozessen mit diesem Modell gearbeitet. Mit seiner Orientierung an natürlichen Entwicklungsprozessen unterstützt es ein ganzheitliches und organisches Projektmanagement. Es bietet praxisnahe Inspiration und Orientierung in allen Phasen der Projektarbeit. Die anhaltend positiven Rückmeldungen von Kolleg/innen und Akteuren in Projekten haben mich schließlich dazu bewogen, das Konzept auf den folgenden Seiten vorzustellen.

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